„Was wir nicht selbst machen können, bieten wir auch nicht an“

Werbung Total 16_GF

René Kawinkel (l.) und Thomas Heine haben die Werbung Total Digitaldruck GmbH vor 25 Jahren in einem kleinen Hinterhof am Prenzlauer Berg gegründet. Heute ist das Unternehmen in Niederschönhausen anzutreffen und beschäftigt 16 Mitarbeiter. (Bild: Werbung Total)

Bei der Werbung Total Digitaldruck GmbH ist der Name Programm: Denn vom Briefkastenaufkleber bis zum XXL-Banner produziert das Berliner Unternehmen das gesamte Spektrum gedruckter Werbung. Dafür kommen die unterschiedlichsten Druckverfahren sowie eine voll ausgestattete Konfektionierung zum Einsatz. Denn den Geschäftsführern Thomas Heine und René Kawinkel ist es wichtig, sämtliche Fertigungsschritte im eigenen Haus abbilden und Aufträge schnell ausliefern zu können.

Werbung Total ist keine dieser Großformat-Massendruckereien, die mit ihren sieben oder acht Fünf-Meter-Maschinen einen Durchsatz von mehreren Fußballfeldern pro Tag generieren – auch wenn bei dem Berliner Unternehmen im Stadtteil Niederschönhausen selbst zahlreiche Großformatdruckmaschinen im Einsatz sind.

Werbung Total Leuchtwerbung

Mit Leuchtwerbung erhalten Motive im wahrsten Sinne des Wortes eine ganz besondere Strahlkraft. (Bild: Werbung Total)

Stattdessen hat sich Werbung Total auf eine andere Art von Masse spezialisiert: nicht auf flächenmäßig riesige Druckaufträge, dafür aber auf sehr viele – im Verhältnis zum Fußballfeld – kleinere Aufträge pro Tag. „5,7 m2, 0,9 m2, dann wieder 17,5 m2 und gleich danach 1,7 m2 – es ist wirklich alles dabei“, erklärt Geschäftsführer Thomas Heine.

„Mit einer gewissen Schwankungsbreite haben wir im Durchschnitt – vor Corona – bis zu 130 Aufträge pro Tag produziert. Das Spektrum reicht dabei vom A4-Aufkleber bis hin zum 26 m2 PVC-Banner. Wir stellen theoretisch alles her, was im Werbebereich gefordert ist – und liefern in der Regel innerhalb von 24 Stunden“. Was heute also oft als Zusatzleistung gebucht werden muss, gehört bei Werbung Total in der Regel zum Standard.

Alle Produktionsschritte im eigenen Haus

Um Tag für Tag eine solche Menge an Druckaufträgen realisieren zu können, hat sich der Berliner Werbedruckspezialist in den 25 Jahren seines Bestehens entsprechend aufgestellt – sich aber auch bestimmte Grenzen gesetzt: Der Maschinenpark besteht aus einem guten Dutzend großformatiger Druckmaschinen verschiedener Hersteller für alle Spielarten der Werbung; vom Folien- über den UV-Plattendirektdruck bis hin zum Textildruck. Auch die Weiterverarbeitung bzw. Konfektionierung inklusive, Schweißen, Ösen und Nähen erfolgt im eigenen Haus.

„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Fremdprodukte oft nicht den Qualitätsansprüchen unserer Kunden entsprochen haben. Seitdem legen wir Wert darauf, alles selbst machen zu können. Wir kaufen nichts zu. Das heißt im Umkehrschluss: Was wir nicht selbst machen können, bieten wir auch nicht an“, fasst Thomas Heine zusammen. Und für alles andere gibt es bei Werbung Total inzwischen eigene Maschinen, unter anderem einen Laser für filigrane Schnitte und Fräsungen oder einen Flachbett-Cutter.

  • Werbung Total Büro
    Auch von seinem Büro aus hat der Geschäftsführer einen Überblick über die laufende Produktion. (Bild: Werbung Total)
Produktionsvielfalt

Übrigens: Am häufigsten wird bei dem Berliner Unternehmen auf Folie gedruckt. „Das meiste Geld verdienen wir noch immer mit dem Verfahren, mit dem wir vor 25 Jahren auch angefangen haben, nämlich mit dem ganz normalen Lösemitteldruck auf Folien. Das ist unser Hauptsegment; für Fahrzeugbeschriftungen, Fußbodenfolien, Schaufensterverklebungen oder Bürogestaltung“, zählt der Werbespezialist auf.

In der Liste der gefragtesten Produktsegmente von Werbung Total folgt der Plattendirektdruck für Bauschilder oder andere Werbetafeln – „also alles, wo der handwerkliche Aufwand durchaus etwas größer ist“ – sowie der Textildruck. „Nur klassische Offsetaufträge wie Visitenkarten bieten wir nicht an“, grenzt Thomas Heine das Produktspektrum des Unternehmens klar ein.

Datenverarbeiter, nicht Datenersteller

Ein anderer Grund, warum Werbung Total eine solche Vielzahl kleinerer Aufträge binnen 24 Stunden produzieren und ausliefern kann, liegt auch im richtigen Workflow und der passenden Software. „Wir haben lange mit einer Standard-Software gearbeitet, sind aber irgendwann an die Grenzen gestoßen. Darum haben wir zusammen mit einem Programmierer unsere eigene Lösung entwickelt und umgesetzt.“

Darüber hinaus versteht sich das Unternehmen als reiner Dienstleister für die Umsetzung professioneller Daten und konzentriert sich ganz bewusst auf seine Kernaufgaben. „Wir sind keine Kreativköpfe, die für die Kunden ganze Kampagnen designen. Wir werden nur in Ausnahmefällen kreativ. In der Regel sind wir ein reiner Dienstleister, der die Daten der Kunden verarbeitet.“

  • Werbung Total Mustermappe
    Welche Materialien bedruckt werden können, hat das Unternehmen in einer Mustermappe mit verschiedenen Musterdrucken zusammengetragen. (Bild: Werbung Total)
Keine Konkurrenz für die eigene Kundschaft

Apropos Kunden: Werbung Total produziert ausschließlich für Wiederverkäufer, wie etwa Agenturen oder Messebaufirmen. „Wir treten also nicht an den Endkunden heran und halten uns auch heute noch an den Kodex, nicht in direkte Konkurrenz mit unseren Kunden zu treten. Das heißt, unsere Wiederverkäufer genießen 100-prozentigen Kundenschutz. Sonst würde es uns sicherlich auch längst nicht mehr geben“, erklärt der Geschäftsführer.

Aus demselben Grund betreibt das Berliner Unternehmen übrigens auch keinen Onlineshop. Darüber hinaus gibt es bei Werbung Total feste Ansprechpartner für die jeweiligen Kunden, so dass zeitaufwändige Absprachen oft nicht mehr notwendig sind.

Viele kleine Kunden tragen durch die Krise

Dass Thomas Heine und René Kawinkel mit dieser Strategie bisher gut fahren, zeigt nicht nur der Fakt, dass aus dem 1995 in einem Hinterhof am Prenzlauer Berg gegründeten Unternehmen inzwischen ein Betrieb mit 16 Mitarbeitern und 1200 m2 Produktions- und 200 m2 Bürofläche geworden ist. Dabei haben beide stets auf moderates, dafür gesundes Wachstum gesetzt und alle paar Jahre in neue Maschinen investiert.

Auch die Anzahl der oft langjährigen Kunden spricht für sich: „Wir haben über die Jahre hinweg einen Kundenstamm mit deutlich über 3000 Kunden aufgebaut, die meisten davon bundesweit, außerhalb Berlins“, so Heine. Das Konzept, viele kleine, statt nur eine handvoll Großkunden zu haben, hat sich zudem gerade in den letzten Monaten ausgezahlt. „Mit ihren Bestellungen halten uns diese Aufträge in ihrer Masse über Wasser“, erklärt der Geschäftsführer.

  • René Kawinkel (l.) und Thomas Heine haben die Werbung Total Digitaldruck GmbH vor 25 Jahren in einem kleinen Hinterhof am Prenzlauer Berg gegründet. Heute ist das Unternehmen in Niederschönhausen anzutreffen und beschäftigt 16 Mitarbeiter. (Bild: Werbung Total)
    Bekleben lassen sich natürlich nicht nur klassische PKW und LKW, sondern auch (Wohn-)Anhänger aller Art. (Bild: Werbung Total)
Zweckoptimismus mischt sich mit Sorge

Denn auch Werbung Total hat die Corona-Pandemie zu spüren bekommen. Alles was mit Messebau, Kinos und Veranstaltungen zu tun hat, ist weggebrochen – und das ist in einer Kulturhauptstadt wie Berlin besonders schmerzhaft. „Wir haben in all den Jahren ordentlich gewirtschaftet und haben einen guten Puffer“, so Heine, „aber es ist nicht schön mit anzusehen, wie der immer kleiner wird“, gibt er ehrlich zu.

Nach der ersten Welle im April und Mai herrschte bei Heine, Kawinkel und dem Team von Werbung Total trotz Kurzarbeit noch ein gewisser Zweckoptimismus – mit Blick auf die kommenden Wochen und Monate mischt sich nun aber zunehmend auch die Sorge unter, wie es weitergehen wird. „Man kann derzeit nur noch von Woche zu Woche planen“, erklärt Heine.

„Das Problem wird sein, dass unsere Branche langfristig nicht so schnell wieder auf die Umsätze und Produktionsvolumen kommen wird, selbst wenn Messen wieder stattfinden können. Die Leute haben Gefallen daran gefunden, Dinge online zu erledigen.“ Für Druckdienstleister bedeutet das nicht nur, weiterhin einen langen Atem zu haben, sondern auch bereit zu sein, sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen – auch wenn gedruckte Werbung in all ihren Formen sicher auch nach Corona gefragt sein wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Kama: Neue Lösung für das Inline-Prägen von Braille-Schrift

Mit „AutoBraille“ hat der Dresdner Maschinenhersteller Kama ein neues Modul für seine Faltschachtelklebemaschine FF 52i auf den Markt gebracht. Bei der neuen Lösung zum Inline-Prägen von Brailleschrift ist das Prägeradpaar auf der vollen Breite der Maschine automatisch einstellbar. Das soll unter anderem die Produktion vereinfachen und Zeit in der Kalkulation einsparen helfen.

Veröffentlicht von: 

Kompakter 3D-Drucker für einen leichteren Marktzugang

Mit dem 3DUJ-2207 hat Mimaki einen neuen kompakten 3D-Drucker mit UV-Härtung angekündigt. Er kombiniert, so der Hersteller, die Farbvielfalt und Fertigungsqualität des größeren 3DUJ-553 mit einem geringeren Platzbedarf und soll durch sein Preis-Leistungsverhältnis neuen Nutzergruppen den Zugang zum 3D-Markt ermöglichen. Verfügbar ist der 3DUJ-2207 ab Januar 2021.

Veröffentlicht von: 

Summa vereinfacht die Produktion auf seinen Rollen-Schneideplottern

Der belgische Hersteller von Schneideplottern Summa hat ein neues Softwaremodul für seine Rollenschneidsysteme entwickelt. „GoSign“ ist ein Produktionstool auf Windows-Basis, das als Brücke zwischen Design-Software und Rollenschneider fungiert. Es soll sich an die Workflows der Anwender anpassen lassen und Funktionen zur Effizienzsteigerung und Automatisierung bieten.

Veröffentlicht von: 

Bei „mockupz“ entstehen Verpackungs-Prototypen mit viel Liebe zum Detail

Verpackungen sollen ihren Inhalt nicht nur schützen, sondern auch die Aufmerksamkeit der Kunden auf sich ziehen. Bevor ein Produkt in den Handel kommt, sind daher vor allem Kreative gefragt – und Menschen wie Ron Süßmann, der mit dem Digitaldruck, jeder Menge Fingerspitzengefühl und viel Liebe zum Detail Verpackungs-Prototypen – so genannte Mockups – herstellt. Dabei reicht das Leistungsspektrum seines Unternehmens, das passenderweise „mockupz“ heißt, von Etiketten über Faltschachteln, flexible Verpackungen und Shrink Sleeves bis hin zum Blechdruck und der 3D-Simulation (CGI Rendering).

Veröffentlicht von: 

Zertifikat bescheinigt Primer und Tinten Unbedenklichkeit

Roland DGs Primer und Tinten für den Textildirektdrucker Texart XT-640S-DTG sind nach Eco Passport by Oeko-Tex zertifiziert worden. Damit wird bescheinigt, dass die Inhaltsstoffe die gesetzlichen Anforderungen einhalten und nicht gesundheitsschädlich sind. Die zertifizierten Primer und Tinten können somit bedenkenlos für den nachhaltigen Textildirektdruck eingesetzt werden.

Veröffentlicht von: 

Trotz stagnierendem Werbemarkt legt Plakat- und Außenwerbung zu

Dialogmedien sind weiterhin gefragt, klassische Medien konnten zulegen, darunter auch die Außenwerbung. Das geht aus dem neuesten Dialogmarketing-Monitor der Deutschen Post hervor. Dabei handelt es sich jedoch vor allem um eine Umverteilung, denn: Der deutsche Werbemarkt stagnierte 2019 mit 40,4 Mrd. Euro externen Ausgaben auf Vorjahresniveau, sein Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist sogar leicht gesunken. 

Veröffentlicht von: 

Bei Falquon verbinden sich Digitaldruck und Lack zu edlen Laminatfußböden

Er besteht aus mehreren melamingetränkten Papierschichten, aufkaschiert auf ein Holzfaserpaneel, ist kinderleicht zu verlegen und in verschiedenen Dekoren verfügbar. Trotzdem hat der beliebte Laminatfußboden seine Grenzen – nämlich dann, wenn es um Hochglanz- oder sehr matte Oberflächen geht. Genau darauf hat sich die Falquon GmbH dank einer eigenen Technologie spezialisiert. Durch den Einsatz des großformatigen Digitaldrucks mit einem Agfa Jeti Tauro kann das Unternehmen zudem deutlich flexibler produzieren und auf Kundenwünsche reagieren.

Veröffentlicht von: 

OneVision: Workflow-System mit neuen Funktionen

OneVision, Software-Entwickler mit Sitz in Regensburg, hat sein Workflow-Management-System Workspace Pro X um zusätzliche Funktionen erweitert und in einer neuen Version vorgestellt. Diese soll Druckereien dabei unterstützen, verschiedene Systeme (Shop, MIS, Datenbanken) mit den Druck-, Veredelungs- und Weiterverarbeitungsmaschinen in Einklang zu bringen. Eine wichtige Rolle spielen dabei XML-Informationen.

Veröffentlicht von: 

Ein Fotoboden, der Barbesuchern die Galaxie zu Füßen legt

Mit diesem Projekt hat die Visuals United AG ihrer Kundin im wahrsten Sinne des Wortes die Sterne vom Himmel geholt. Der digital bedruckte Fotoboden des Kaarster Unternehmens hat in der Cocktail-Bar „Stars“ im Hollywood Megaplex im österreichischen Pasching bei Linz den alten Bodenbelag abgelöst und lässt die Location seither in ganz neuem Glanz erstrahlen.

Veröffentlicht von: 

PSI, Promotex Expo und Viscom werden verschoben

Das Messetrio aus PSI, Promotex Expo und Viscom wird verschoben. Statt Mitte Januar sollen die drei Fachmessen nun vom 18. bis 20. Mai 2021 stattfinden, ebenso wie die geplanten Online-Formate. Der Veranstalter Reed Exhibitions hatte bis zuletzt am ursprünglichen Termin festgehalten, sich aufgrund der weiter unklaren Entwicklung der Corona-Pandemie nun aber zu der Verschiebung entschlossen.

Veröffentlicht von: