Nach Turbulenzen beruhigt sich das Geschäftsklima wieder

Konjunkturtelegramm Juni 2021 BVDM

Im Juni hat sich das Geschäftsklima nach den turbulenten Entwicklungen der letzten Monate wieder etwas beruhigt. (Bild: pixabay.com/vixrealitum)

Nachdem das Geschäftsklima in der deutschen Druck- und Medienindustrie in den vergangenen Monaten eher turbulent verlief, hat es sich im Juni wieder etwas beruhigt. Das geht aus dem aktuellen Konjunkturtelegramm des Bundesverbands Druck und Medien (BVDM) hervor. 

Der darin berechnete Geschäftsklimaindex legte gegenüber dem Vormonat um saisonbereinigt 0,9 Prozent zu und notierte mit 100,0 Punkten rund 2,3 Prozent unter seinem Vorkrisenwert vom Februar 2020. Während sich die Geschäftslage aufgrund der nachlassenden Infektionsdynamik weiter verbesserte, fielen die Erwartungen der Unternehmen an das nächste halbe Jahr schwächer als im Vormonat aus. Gründe dafür könnten vor allem die zunehmende Ausbreitung der Delta-Variante und die damit verbundenen Sorgen über erneute Einschränkungsmaßnahmen in den kommenden Monaten sein. Doch auch die Erwartungen hinsichtlich von – im weiteren Jahresverlauf – stark steigender Lieferantenpreise spielten hierbei eine wichtige Rolle.

Die vom ifo Institut befragten Druck- und Medienunternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage im Juni besser als im Vormonat. Ihre Erwartungen bezüglich ihrer zukünftigen Geschäftsentwicklung seien jedoch schwächer als noch im Mai ausgefallen. Die Werte der aktuellen und erwarteten Geschäftslage bestimmen die Entwicklung des Geschäftsklimas, das einen guten Vorlaufindikator für die Produktionsentwicklung der Druck- und Medienindustrie darstellt.

Positive Geschäftslage setzt sich fort

Nachdem der saisonbereinigte Geschäftslageindex bereits im Mai zugelegt hatte, fiel der Anstieg im Juni nochmals stärker aus. Der Index nahm, wie das aktuelle Konjunkturtelegramm zeigt, um 5,2 Prozent zu und notierte mit 95,2 Punkten 26,3 Prozent über seinem Corona-Tief vom Juni 2020.

Farbfächer

Auftragsbestand oft nicht zufriedenstellend

Eine im Vergleich zum Vorjahr sichtlich bessere Nachfrage-, Auftrags- und Produktionsentwicklung sind laut BVDM die wesentlichen Gründe dieses außergewöhnlich starken Anstiegs. Dennoch müsse hierbei berücksichtigt werden, dass sich der Geschäftslageindex im Juni 2020 auf einem Elfjahrestief befand, sodass der Vorjahresvergleich folglich sehr hoch ausfällt. So sind nach wie vor die meisten Unternehmen mit ihrem Auftragsbestand unzufrieden. Zwar verbesserte sich der Saldo im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 30 Prozentpunkte, blieb aber mit einem Wert von rund -33 Prozentpunkten deutlich im negativen Bereich.

Folglich nehmen auch weiterhin mehr als die Hälfte aller Teilnehmer Kurzarbeit in Anspruch – vor einem Jahr seien es allerdings noch mehr als zwei Drittel aller Unternehmen gewesen. Dennoch könne eine graduelle Erholungsentwicklung der aktuellen Geschäftslage festgestellt werden, da diese sich im vormonatlichen Vergleich seit mittlerweile fünf Monaten in Folge bessert.

Zukünftige Geschäftslage wird pessimistischer beurteilt

Dass sich das Geschäftsklima trotz der positiven Entwicklung der Geschäftslage kaum veränderte, ist laut BVDM auf die pessimistischeren Erwartungen der Druck- und Medienunternehmen hinsichtlich ihrer zukünftigen Geschäftslage zurückzuführen. Im Juni fiel der saisonbereinigte Index der Geschäftserwartungen um 3,2 Prozent auf 105,0 Punkte. Der Index liegt damit 8,1 Prozent über seinem Vorjahresniveau – im Mai waren es noch 15,1 Prozent.

Ein wesentlicher Grund für diesen Vormonatsrückgang dürften – mit der aktuell starken Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus zusammenhängende – Sorgen über erneute Einschränkungsmaßnahmen ab Herbst sein.

Verkaufspreise erhöhen

Zudem dürfte die Abnahme des Index auch auf Befürchtungen über eine weitere Fortsetzung der derzeit stark steigenden Lieferantenpreise zurückzuführen sein. Hierauf wollen viele Betriebe nun reagieren. So planen rund 20 Prozent der Unternehmen, ihre Verkaufspreise in den kommenden drei Monaten zu erhöhen. Lediglich rund 4 Prozent wollen die Preise senken. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Saldo damit um rund 28 Prozentpunkte.

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