Ritter Sport steckt seine Minis jetzt in eine papierbasierte Verpackung

Ritter Sport mini papierbasierte Verpackung

Die Ritter Sport minis sollen nun die ersten Produkte sein, die künftig in einer nachhaltigeren Verpackung verfügbar sein werden. Bis 2025 will der Konzern alle seine Produkte in papierbasierte Verpackungen hüllen. (Bilder: Ritter Sport/Collage: jg)

Der Süßwarenkonzern Ritter Sport hat sich viel vorgenommen: Spätestens bis 2025 will das Unternehmen alle Verpackungen auf eine papierbasierte Lösung umstellen. Nach den ersten Tests mit papierbasierten Primärverpackungen im vergangengem Jahr, ist nun ein weiterer Schritt getan: Die Ritter Sport Minis sind das erste, dauerhaft im Sortiment verfügbare Produkt des Herstellers, dessen Sekundärverpackung komplett aus Papier besteht – nämlich aus dem Barrierepapier NexPlus der Koehler Group.

Ritter Sport Katja Binder Leiterin Verpackungsentwicklung

Katja Binder leitet die Verpackungsentwicklung bei Ritter Sport. (Bild: Ritter Sport)

„Die mini Tüte ist ein wichtiger Schritt, weil wir damit erstmals eine Umverpackung haben, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wird, als Wertstoff wiederverwertbar ist und mit der wir im Vergleich zur bisherigen Verpackung 15 Tonnen Kunststofffolie pro Jahr einsparen“, erklärt Katja Binder, Leiterin der Verpackungsentwicklung bei Ritter Sport.

Statt der Kunststofffolien kommt nun ein spezielles Barrierepapier zum Einsatz, das zusammen mit dem deutschen Spezialpapierhersteller Koehler Group (Oberkirch) entwickelt wurde und das FSC-zertifiziert ist. „Wir haben zuerst mehrere Testläufe mit dem NexPlus-Seal-Papier von Koehler gefahren, zu Beginn auch ohne Inhalt und uns dann mit Feineinstellungen immer weiter einer optimalen Lösung angenähert“, erklärt Moritz Steinle, Packaging Development Engineer bei Alfred Ritter.

Die Anforderungen an die neue Umverpackung waren vielfältig. Denn sie sollte nicht nur die süßen Minis schützen, sondern dabei auch noch ansprechend aussehen – und sich vor allem problemlos verarbeiten, das heißt im Heißsiegelprozess verschließen lassen. „Siegeltemperatur, Siegelzeit und Siegeldruck müssen optimal aufeinander abgestimmt sein, damit das Verpackungsergebnis sauber absiegelt. Das sind alles Kriterien, auf die wir im Qualifizierungsprozess des Verpackungsmaterials sehr viel Wert gelegt haben“, so Steinle weiter.

Moritz Steinle, Packaging Development Engineer bei der Alfred Ritter GmbH & Co. KG. (Bild: Ritter Sport)

Am Ende haben sich Papierherstellers und die Entwicklungsingenieure von Ritter Sport für das Koehler NexPlus-Seal-Paper mit einer Grammatur von 65 g/m² entschieden. Die Beschichtung auf der Innenseite des Barrierepapiers wird zwar als funktionaler Strich mit geringem Kunststoffanteil aufgetragen – dennoch lasse sich der Beutel ganz klassisch über das Altpapier entsorgen und vollständig recyceln.

Papier ist das „neue Kunststoff“

„Barrierepapieren gehört aus unserer Sicht die Zukunft. Papier übernimmt zunehmend Funktionalitäten, die in der Vergangenheit nur Kunststoff bieten konnte. Und Papier erfüllt im Unterschied dazu einen viel nachhaltigeren Lebenszyklus“, erklärt Eckhard Kallies, Spartenleiter Flexible Verpackungspapiere bei Koehler. „Der Trend bei der Wahl von Verpackungen ist klar: Papier punktet überall und trägt bereits heute aktiv zu den Zielen der ‚circular economy‘ bei.“

Und immer mehr Lebensmittelkonzerne setzen für verschiedene Produkte bereits auf papierbasierte Verpackungen. Erst im Februar berichtete Sign&Print darüber, dass Nestlé für seine Süßwarenmarke Smarties komplett auf Verpackungen auf Papierbasis setzt. Nun folgt auch die Alfred Ritter GmbH & Co. KG mit ihren Ritter Sport minis.

Koehler Papier Eckhard Kallies

Eckhard Kallies ist Spartenleiter
Flexible Verpackungspapiere bei der Koehler Group. (Bild: koehlergroup.com)

Die „Bunte Tüte“ ist bereits seit Januar in allen internationalen Märkten vertrieben. Seit Anfang März ist sie nun auch hier in Deutschland erhältlich – und es soll nicht das letzte Produkt bleiben, immerhin hat sich der Konzern zum Ziel gesetzt, bis spätestens 2025 alle Produkte auf eine papierbasierte Verpackung umzustellen.

Eine Verpackungsanlage, zwei Verpackstoffe

Ritter vertreibt seine Leckereien zwar in mehr als 100 Ländern weltweit – produziert wird jedoch auch heute noch an nur zwei Produktionsstandorten in Deutschland und Österreich. Von hier aus geht die beliebte Schokolade in alle Welt.

Bedruckt werden die neuen Papierverpackungen von Ritter Sport bei einem externen Druckdienstleister im Tiefdruckverfahren. Danach wird das Material direkt an die Produktionsstandorte des Konzerns geliefert und auf den dortigen Syntegon-Verpackungsmaschinen verarbeitet.

Auf den Verpackungsstraßen von Ritter lassen sich mittlerweile das flexible Verpackungspapier von Koehler, aber auch der klassische Duplex-Kunststoff verarbeiten. So könne das Unternehmen weiterhin flexibel reagieren.

Und die Schoko-Minis selbst?

Die sind weiterhin in Polypropylenfolie verpackt, wie Ritter Sport erklärt. Zumindest vorerst. Zwar seien die ersten Tests mit einer papierbasierten Primärverpackung im letzten Jahr vielversprechend verlaufen, dennoch erfüllen die bisher verfügbaren Materialien noch nicht alle Ansprüche, die der Konzern an Produktschutz und maschinelle Verarbeitung hat.

Bei den Umverpackungen seiner Minis setzt Ritter Sport ab sofort ein Barrierepapier der Koehler Group. (Bild: Screenshot)

 

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