LFP trifft Profifußball: Bei Copy Service sind die „Pappkameraden“ entstanden

Copy Service Fujifilm Acuity LED 1600 II Thomas Heyer

Thomas Heyer, Werbetechniker bei Copy Service, hat die Produktion von unzähligen „Pappkameraden“ begleitet, die später im Borrusia-Park zu sehen waren. (Bild: Copy Service/Fujifilm)

Not macht erfinderisch, heißt es. Aber das Projekt, das die Copy Service GmbH in Mönchengladbach im letzten Jahr zusammen mit dem FPMG Supporters Club e.V., dem Fanclub des Bundesligisten Borussia-Mönchengladbach, umgesetzt hat, ist schon eine andere Hausnummer. Denn was mit den „Pappkameraden“, den zweidimensionalen Doppelgängern der Fußballfans im Borussia-Park seinen Anfang nahm, hat bis heute jede Menge Nachahmer gefunden. Für die Produktion setzte der rheinländische Druckdienstleister auf Technologien von Fujifilm.

Es gibt wohl kaum ein Wort, das den Profifußball im letzten Jahr mehr geprägt hat, als das Wort „Geisterspiele“. Nachdem die Corona-Pandemie im Frühjahr auch die deutsche Bundesliga vorübergehend zum Erliegen gebracht hatte, waren im Mai 2020 die ersten Spiele wieder möglich. Doch eine, wenn nicht die wichtigste Zutat fehlte: die Fans.

Copy Service Pappkameraden im Borussia Park

Am Ende der Saison 2019/2020 zählte der Borussia-Park eigenen Aussagen zufolge mehr als 20000 „Pappkameraden“. Nach der Spielzeit konnten die echten Fans ihre Doubles übrigens abholen und als Andenken behalten. (Bild: Screenshot borussia.de)

Riesiges „Papplikum“

Der FPMG Supporters Club e.V. des Bundesligisten Borussia-Mönchengladbach hat sich daraufhin ein ganz besonderes Projekt ausgedacht und sich dafür unter anderem mit der Copy Service GmbH zusammengetan. Dank der Aktion „Sei dabei – Trotzdem!“ füllte sich der Borussia-Park nach und nach trotzdem mit jeder Menge Fans – oder genauer gesagt, ihrer Doppelgänger aus Forex. Beim letzten Heimspiel der Saison 2019/2020 zählte das „Papplikum“ mehr als 20.000 „Pappkameraden“, wie der Fußballverein in einer Pressemitteilung bekanntgab.

Produziert wurden die Fan-Doppelgänger unter anderem bei der Mönchengladbacher Digitaldruckerei Copy Service.

Großformatdruck sei Dank

Das Unternehmen, das am 6. April sein 30-jähriges Jubiläum feiern konnte, hat schon immer ein breites Spektrum verschiedener Druckprodukte hergestellt, von Visitenkarten, Flyern und Broschüren, über Poster, Textildruck-Anwendungen bis hin zu Werbetechnik-Produkten wie Banner, Roll-ups oder Folienbeschriftungen. Als die Auswirkungen der Pandemie sich auch bei Inhaberin Antje Jindrich und ihrem Team bemerkbar machten, war die Möglichkeit, ein ganz neues Produkt in tausendfacher Ausführung zu produzieren, eine willkommene Geschäftsidee.

Copy Service Andreas Hofmann

Bevor die Fan-Doppelgänger auf Forex gedruckt wurden, mussten die Daten entsprechend bearbeitet werden. Dafür war Grafiker und Produktioner Andreas Hofmann zuständig. (Bild: Copy Service)

UV-Druck auf Forex

Nachdem die Fans Bilder von sich über eine eigens eingerichtete Website hochgeladen hatten – übrigens auch unter Angabe des eigenen Steh- bzw. Sitzplatzes, sofern vorhanden –, wurden die „Pappkameraden“ mit UV-Tinten auf Forex, einem starren PVC-Material gedruckt. Dafür kam bei Copy Service der Acuity LED 1600 II von Fujifilm zum Einsatz. Das Inkjetdrucksystem kann sowohl starre wie auch flexible Substrate bedrucken und bietet dadurch die Möglichkeit, die unterschiedlichsten Produkte mit nur einem Gerät herzustellen.

„Die Acuity LED 1600 II war für die Umsetzung dieses Projektes von entscheidender Bedeutung“, sagt Inhaberin Antje Jindrich. „Wir hatten das System ursprünglich gekauft, um den Großformatdruck mit einem hochwertigen, aber auch flexiblen Drucksystem auszubauen. Die Acuity schien dafür das am besten geeignete Modell zu sein, und wir waren von ihrer Leistung begeistert. Das vergangene Jahr war offensichtlich sehr schwierig für unser Unternehmen, denn abgesehen von der Pandemie gibt es noch weitere Herausforderungen. Die Auflagen werden immer kleiner und wir bemerken eine steigende Nachfrage nach speziellen und individualisierten Druckaufträgen.“

Copy Service Antje Jindrich Martin Semmelrogge

Im „Papplikum“ waren auch bekannte Köpfe zu finden. So hat der Schauspieler Martin Semmelrogge, der eigentlich eingefleischter Bayern-Fan ist, die Aktion unterstützt. Sein „Doppelgänger“ war im Gästeblock zu finden. Im Bild: Antje Jindrich mit dem Papp-, und einmal mit dem „echten“ Martin Semmelrogge. (Bilder: Copy Service)

Bekannte Gesichter
Copy Service Pappkameraden

Fans mit Dauerkarten konnten ihre „Pappkameraden“ sogar an ihre Stammplätze montieren lassen. Gedruckt wurden die Doppelgänger auf stabiles Forex-Material und mit UV-Tinten. (Bild: Copy Service)

Steigend war auch die Nachfrage nach den „Pappkameraden“. Am Ende produzierte das Team von Copy Service in Kooperation mit einem anderen Unternehmen die Fan-Doppelgänger in einer fünfstelligen Größenordnung. Und nicht nur die eingefleischten Fohlen-Fans waren auf den Rängen des Stadions zu finden, wie Antje Jindrich gegenüber Sign&Print berichtet. Mitten im Gästeblock war auch der Schauspieler Martin Semmelrogge zu finden – „der eigentlich ein eingefleischter Bayern-Fan ist“, wie die Inhaberin mit Augenzwinkern berichtet. Doch nach Antje Jindrichs spontaner Kontaktaufnahme zu dem Schauspieler, war der ebenso spontan dabei und unterstützte die Aktion ebenso – als Bayern-Fan im Gästeblock des Borussia-Parks.

„Pappkameraden“ in vielen Stadien zuhause

In Mönchengladbach konnten sich die Fans ihre Doppelgänger nach dem Ende der Saison abholen. Die Idee, die Unterstützung der Fans mit „Pappkameraden“ zum Ausdruck zu bringen, hat sich indes bei vielen Vereinen, ganz unterschiedlichen Sportarten und über Ländergrenzen hinweg durchgesetzt.

Für Copy Service in Mönchengladbach war die Aktion eine ideale Möglichkeit, um die Herausforderungen, die die Pandemie mit sich gebracht hat, abzufedern. Kjell Fröhlich, Account Manager bei Fujifilm Graphic Systems Europe, drückt es so aus: „Nachdem langjährige Kunden Bestellungen stornieren mussten, hat Copy Service einen einzigartigen Weg gefunden, sich in der Covid-19-Krise zu behaupten. Es ist eines von vielen Unternehmen, das sich während der Pandemie anpassen mussten, um sich nicht nur wirtschaftlich zu behaupten, sondern auch, um die Vertrautheit in einer stark veränderten Welt wiederherzustellen.“ Das ist dem Team um Antje Jindrich bestens gelungen.

 

 

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