Canons neue Colorado 1630: Ein Drucksystem, das mitwächst

Canon Colorado 1630 schräg

Die Colorado 1630 ist das neueste Mitglied der UV-Gel-Rollendrucker-Familie von Canon. (Bild: Canon)

Die Colorado-Familie von Canon bekommt Zuwachs: Neues Mitglied der Maschinenreihe ist die Colorado 1630 – ein 1,6 m breit druckendes Einstiegsmodell, das bei wachsenden Anforderungen und Druckvolumen durch zusätzliche Module aufgerüstet werden kann. So lässt sich das Investitionsvolumen überschaubar halten, während Duplexdruck, eine zusätzliche Medienrolle oder die Option für matt und glänzende Drucke „on Demand“ später hinzugefügt werden können.

So sollen sich Druckdienstleister erst einmal auf kleinere Produktionsvolumen bzw. den Aufbau des eventuell neuen Geschäftsfeld konzentrieren können, und trotzdem flexibel bleiben, was weiteres Wachstum angeht.

Die neue, entsprechend modular aufgebaute Colorado 1630 wurde für klassische Druckdienstleister, Schildermacher, Werbetechniker und Hausdruckereien entwickelt. Das 1,6 m breit druckende Rollensystem liefert laut Canon haltbare, geruchlose und sofort trockene Drucke auf einer Vielzahl unterschiedlicher Medien. Im schnellsten Produktionsmodus, etwa für Outdoorbanner oder Werbetafeln, erreicht die Colorado 1630 dabei eine Druckgeschwindigkeit von 111 m²/h, im Hochqualitätsmodus 29 m²/h, so Canon.

Medienvielfalt und Druckqualität entsprechen dem, was auch der „große Bruder“, die Colorado 1650 liefert. So liegt die Druckauflösung auch hier bei 1.800 dpi. Zum Einsatz kommen zudem die gleichen UV-Gel-460-Tinten, die nicht nur dehnbar sind, sondern auch einen großen Farbraum abdecken und scharfe Details im Druckbild liefern sollen. Dabei kann nach Aussage des Herstellers der Tintenverbrauch gegenüber anderen Technologien um bis zu 40 Prozent reduziert werden. Zudem lassen sich die Tinten, die in 700-ml-Tanks daherkommen, im laufenden Betrieb nachfüllen.

Um die Bedienung möglichst einfach zu halten, ist das Drucksystem mit verschiedenen Automatisierungsfunktionen ausgestattet, wie etwa einer proaktiven Düsenüberwachung, Druckkopfwartung oder einer Kontrolle des Medienvorschubs.

Zusätzliche Optionen

Dank ihrer modularen Architektur kann die Colorado 1630 bei steigenden Anforderungen Modul um Modul aufgerüstet werden – bis zu dem Funktionsumfang, den die Colorado 1650 standardmäßig hat.

So lasse sich das Basismodell des neuen Drucksystems, das mit einer Medienrolle ausgeliefert wird, problemlos mit einer zweiten Medienrolle ausstatten. Nachträglich kann zudem die Option für den doppelseitigen Druck nachkonfiguriert werden. Die Option „Print Side In“ ermögliche, sowohl die Innen- als auch die Außenseite der Rolle zu bedrucken, damit eine möglichst große Medienvielfalt bedruckt und somit ein breiteres Applikationsspektrum produziert werden kann.

Alle Optionen sollen sich bei Bedarf per Remote-Service aktivieren lassen, ohne dass ein Vor-Ort-Service-Einsatz erforderlich sei.

Eine weitere Zusatzfunktion umfasst das FLX-Modul, das auf der LED-Aushärtungstechnologie von Canon aufsetzt und ohne Tintenwechsel ein mattes oder glänzendes Finish der Drucke erzeugen kann, selbst auf porösen Substraten wie ungestrichenen Papieren oder Soft-Signage-Materialien. Das sorge beispielsweise bei Bannern, Wandverkleidungen und POS-Materialien für eine ansprechende Wirkung.

Kontrolle per App

Neu ist zudem die Remote-Control-App, mit der alle Colorado-Systeme und ihr Produktionsfortschritt auch aus der Ferne überwacht werden können. So werden Aktualisierungen, Warnungen und Fehler auf die Mobilgeräte der Benutzer gesendet.

Die UV-Gel-Technologie von Canon

2017 hatte Canon die UV-Gel-Technologie und das erste darauf basierende Rollendrucksystem, die Colorado 1640, vorgestellt. Dank der speziell formulierten Tinte, die laut Canon die Vorteile von Eco-Solvent-, Latex- und UV-Tinten miteinander kombinieren soll, lassen sich mit den Colorado-Drucksystemen eine Reihe unterschiedlicher Anwendungen, auch für den Einsatz in Innenräumen, produzieren: Von Wand- und Boden-Dekoren, über verschiedene Folien und Poster bis hin zu Tapeten. Die Geschwindigkeit der Drucksysteme liegt dabei je nach Qualitäts- und Druckmodus zwischen 20 und 157 m2/h.

Anwender haben die Wahl

Mit dem zweiten Modell, der Colorado 1650, die auf der Fespa 2019 vorgestellt wurde, erweiterte der Hersteller die Möglichkeiten des Rollendruckers unter anderem um die FLXfinish-Technologie, um auf verschiedenen Medientypen je nach Wunsch mit einem matten oder glänzenden Finish zu drucken und mit dem entstehenden Kontrast oder einer bewussten Einheitlichkeit, beispielsweise durch ein mattes Finish auf mattem Papier, lassen sich interessante Effekte erzeugen. Die Colorado 1650 war zudem mit der Duplexfunktion ausgestattet. Dadurch konnten nun auch Folien, Banner oder Schilder produziert werden, die beispielsweise an Fensterfronten im Einzelhandel zum Einsatz kommen, wo ein Motiv auf beiden Seiten benötigt wird.

Tapetendruck mit Inline-Finish

Mit der UV-Gel-Wallpaper-Factory stellte Canon im Mai 2020 zudem eine gemeinsame Lösung vor, die den Colorado-Rollendrucker mit einer modularen Endverarbeitung von Fotoba kombinierte, um in einem Durchgang gebrauchsfertige individuelle Tapeten zu erstellen.

Da steckt Wachstum drin

„Seit der Einführung der Canon-Colorado-Serie 2017 hat die Technologie den Markt […] revolutioniert und mit über 2.000 Installationen weltweit mehr als 25 Millionen Quadratmeter produziert. Die Rückmeldungen unserer Kunden dazu waren äußerst positiv. [Mit der Colorado 1630] können unsere Kunden von einem hochautomatisierten, robusten und stabilen Digitaldrucksystem mit modularer Architektur profitieren. Das neue System bietet ein hohes Maß an Flexibilität bei einem attraktiven Investitionsniveau“, erklärt Job Fans, Regional Director LFG Germany bei Canon.

Canon Colorado 1630 Wouter Derichs

Vertriebs- und Marketingleiter Wouter Derichs stellte die Canon Colorado 1630 im Rahmen eines virtuellen Launch-Events vor und sprach auch über die erwartete Wachstumsprognose von Canon. (Bild: Screenshot)

Wie Canon beim virtuellen Produkt-Launch erklärte, seien die Verkäufe der Colorado-Serie in der EMEA-Region allein zwischen 2018 und 2020 deutlich gestiegen, der Umsatz sei um 61 Prozent gewachsen. Bis 2022 soll die Steigerung bei 80 Prozent liegen, prognostiziert Canon. Und auch beim Tintenabsatz gehe es nach oben. 2019 und 2020 sei der Umsatz um 36 Prozent gestiegen. Für die Zukunft zeigt die Kurve außerdem nach oben, wenn es um das produzierte Druckvolumen für die Colorado-Serie geht. Wie Canon erklärt, verzeichnete der Hersteller bereits im ersten Quartal 2021 ein Plus von 40 Prozent. Besonders gefragt seien derzeit digital gedruckte Tapeten.

„Wir sehen, dass es für uns, unsere Partner sowie Kunden und potenzielle Kunden auf dem Weltmarkt große Chancen für digital gedruckte Tapeten gibt. Dieser Markt in der EMEA-Region wuchs allein 2020 und in diesem Jahr um rund 12 Prozent“, erklärt Wouter Derichs, Vertriebs- und Marketingmanager in der EMEA-Region für den Geschäftsbereich Großformatgrafiken von Canon.

Übrigens: Der Listenpreis für das Basismodell der Colorado 1630 soll bei gut 36.000 Euro liegen. Das neue Drucksystem ist laut Canon zudem ab sofort über die LFG-Partner erhältlich.

Text: Claes Nordström / Judith Grajewski

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