Roboterarm und Projektion: Die neuen Optionen für Zünd-Cutter

Pick&Place Lars Bendixen

Lars Bendixen, Segment Manager Graphics bei der Zünd Systemtechnik AG vor dem Roboterarm, der über das neue Pick&Place-Interface des Herstellers angesteuert wurde. (Bild: Screenshot)

Der Schweizer Hersteller Zünd hat zwei neue Optionen für seine Flachbett-Cutter vorgestellt. Mit dem neuen „Pick-&-Place-Interface“ und der „Visualizing Option“ soll der Workflow in der Produktion weiter optimiert und intelligent automatisiert werden. Beide Optionen werden über die Metadaten der Druck- und Schneidejobs gesteuert.

In den Metadaten eines Auftrags ist in der Regel alles wichtige hinterlegt: Wer hat den Druck bestellt und in welcher Stückzahl? Welches Material kommt zum Einsatz und wie soll das Produkt verschickt werden?

Metadaten als Basis für die Prozess-Optimierung

„All diese Daten über den gesamten Produktionsprozess zur Hand zu haben und zu nutzen, eröffnet den Anwendern neue Möglichkeiten“, erklärte Lars Bendixen, Segment Manager Graphics bei Zünd. Mit dem Caldera PrimeCenter, das der französische Rip- und Software-Hersteller Caldera in Zusammenarbeit mit Zünd entwickelt und bereits im Juni auf den Markt gebracht hat, lassen sich die Metadaten auf unterschiedliche Weise ausspielen und nutzen. So können sie unter anderem als QR-Code neben das Motiv gedruckt, und später dank einer Perforation vom Produkt entfernt werden. Das ist laut Bendixen vor allem dann interessant, wenn verschiedene Druckjobs auf einer Rolle oder auf einem Bogen genestet werden und sich die einzelnen Motive oder Teile eines Auftrags an unterschiedlichen Stellen befinden. Über den QR-Code lasse sich leichter tracken, ob ein Auftrag bereits vollständig und zum Versand bereit ist.

Roboterarm steuern – mit dem Pick&Place-Interface

„Metadaten können aber auch dazu genutzt werden, einen industriellen Roboter zu steuern“, ergänzte Alexander Lazic, Segment Manager Packaging. In diesem Zusammenhang präsentierte Zünd einen Roboterarm, der dynamisch gesteuert wurde und einzelne geschnittene Teil vom Cutter nahm und in unterschiedliche Behälter nebenan einsortierte, in dem Fall nach verschiedenen Kurierdiensten unterteilt.

  • Pick&Place Interface Zünd Systemtechnik AG 2
    Das Pick&Place Interface wird über Metadaten angesteuert und arbeitet mit verschiedenen Robotersystemen zusammen. In der Präsentation kam ein kompakter Roboterarm zum Einsatz, der die einzelnen geschnittenen Teile nach verschiedenen Kurierdiensten in unterschiedliche Behälter sortiert hat. (Bild: Screenshot Zünd)

„In diesem Fall enthalten die Metadaten Informationen darüber, wie der Auftrag verschickt werden soll. Selbst wenn Aufträge von verschiedenen Kunden in einen großen Auftrag genestet wurden, kann der Roboter die gedruckten und geschnittenen Teile nach der Versandart sortieren. Das ermöglicht unser neues Pick&Place-Interface“, so Lars Bendixen. Im gezeigten Beispiel wiederholte der Roboterarm nicht die immer selben, vorab programmierten Bewegungsablauf, sondern wurde dynamisch gesteuert. „Jedes Teil kann an einem anderen Ort liegen und muss in einen anderen Behälter sortiert werden“, so Lazic.

Wie die Fachmänner erkärten, unterstützt das neue „Pick&Place-Interface“ nahezu alle industriellen Roboter verschiedener Hersteller und sorgt für die richtige Kommunikation zwischen Cutter und Roboter. Es unterstützt alle Modelle von Zünds S3-, G3- und D3-Cutter-Serie. Wie genau der Roboter dabei zum Einsatz kommt, kann unterschiedlich konfiguriert werden. „Um einen Zünd Cutter mit einem Roboter zu kombinieren müssen verschiedene Dinge beachtet werden, wie etwa das Material, das zum Einsatz kommen soll oder das größtmögliche Format der Teile, die bewegt werden sollen. Das definiert die Zusammenstellung der Saugnäpfe“, erklärte Alexander Lazic. Auch über die Position und Größe des Roboters und wo er die Produkte ablegen soll – ob in einen Behälter oder auf eine Palette am Boden – müsse nachgedacht werden, da dies Einfluss auf die gesamte Dimensionierung der Anlage inklusive Schutzvorrichtungen habe.

Zünd Alexander Lazic

Alexander Lazic, Segment Manager Packaging bei Zünd, hat die neue Visualizing Option für die Cutter vorgestellt. (Bild: Screenshot)

Visuelle Kontrolle über den Auftrag

Eine andere Art, einen Print- und Cut-Auftrag zu tracken, kann über die ebenfalls neue „Visualizing Option“ von Zünd erfolgen. Diese besteht aus einem kleinen Etikettendrucker, der neben dem Cutter platziert ist und einem Projektor oberhalb des Schneidetisches. „Kurz gesagt, die Metadaten werden auf ein Etikett gedruckt und der Projektor zeigt dem Bediener, wo die dazugehörigen Teile liegen“, erklärte Bendixen. Schließlich sei es je nach Material nicht sinnvoll, die Metadaten mit aufzudrucken, beispielsweise bei Textilien, die teuer sind und von denen man möglichst wenig Abfall haben will.

In der präsentierten Konfiguration war der Labeldrucker direkt neben dem Cutter installiert. Über die Zünd Cut Center Software und den Projektor wurde eine Nummer auf die geschnittenen Teile projiziert, die auch auf dem Label zu sehen waren. Über einen Fuß-Schalter kann, wie Alexander Lazic erklärte, das nächste Etikett mit der nächsten Projektion aktiviert werden. Das Etikett könne dabei zudem nach den eigenen Anforderungen konfiguriert werden, mit Text, Metadaten und QR-Codes.

  • Zünd Systemtechnik Visualizing Option 1
    Die neue Option funktioniert im Zusammenspiel der Zünd Cut Center Software mit einem kleinen Etikettndrucker und einem Projekter, der über dem Cutter angebracht ist. So können beispielsweise Motive, die zu ein und demselben Auftrag gehören, eingefärbt werden, sodass der Bediener weiß, welche Teile zusammengehören. (Bild: Screenshot)

„Wenn man mehrteilige Aufträge produziert, kann der Projektor auch anzeigen, welche geschnittenen Teile/Grafiken zu dem Auftrag gehören. Wir könnten zum Beispiel alle Motive, die zum Auftrag Hansen gehören, rot ‚einfärben‘ lassen, um dem Operator das Sortieren zu vereinfachen“, so Lazic. Die Visualizing Option im Zünd Cut Center steuert sowohl den Etikettendrucker wie auch den Projekter und funktioniert, wie der Hersteller erklärt, auf allen Zünd-Cuttern in allen Größen.

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