Mitten in der Pandemie setzt Traffic Print auf „Kachelbilder“

Traffic Print_Patrick Donner

Patrick Donner, Geschäftsführer der Traffic Print Online Solutions GmbH in Braunschweig-Schwülper. (Bild: jg)

Ein neues Geschäftsfeld auf die Beine zu stellen birgt große Chancen, aber auch große Risiken – vor allem in Zeiten der Pandemie. Patrick Donner, Geschäftsführer der Traffic Print Online Solutions GmbH in Braunschweig-Schwülper, hat sich davon nicht entmutigen lassen: Seit April ist sein Unternehmer exklusiver Produktionspartner für das israelische Start-up Mixtiles.

„Der März war noch ein Rekordmonat, aber im April ging es runter, da haben auch wir Einbußen verzeichnet“, erinnert sich Patrick Donner, „zum Glück sind wir aber trotzdem verhältnismäßig gut durch die Krise gekommen“.

Das liegt zum einen daran, dass Traffic Print Online Solutions – wie der Name bereits vermuten lässt – breit aufgestellt ist und neben dem Digitaldruck auch IT-Dienstleistungen und crossmediale Kampagnen anbietet. Zum anderen konnte das Unternehmen durch den Wegfall der sonst zahlreichen Aushilfskräfte die Aufgaben unter der Stammbelegschaft verteilen und diese so halten.

Gemeinsam durch Dick und Dünn

„Wir sind in der Corona-Krise zusammengerückt. Nicht, was den Teamgeist angeht, der war bei uns immer schon groß, sondern was die Arbeit betrifft.“ Das, was an Aufgaben und Jobs noch da war, wurde solidarisch untereinander verteilt.

„So haben Leute aus dem Vertrieb oder der IT – und auch aus der Geschäftsführung – zum Beispiel in der Konfektionierung mitgeholfen und Kartonboxen gefaltet“, so Donner. Durch den Einsatz aller konnte die Kurzarbeit sowohl prozentual wie auch zeitlich auf ein Minimum reduziert werden. Seit Mai geht es bergauf und inzwischen ist die komplette Mannschaft wieder voll beschäftigt.

  • Traffic Print_Bonny HP Indigo 12000 HD
    Gedruckt wird bei Traffic überwiegend auf zwei HP Indigo 12000 HD. (Bild: jg)
Workflows durchleuchtet

Das Ganze hatte aber noch einen weiteren Vorteil, schließlich „zieht man aus allem negativen auch irgendwie immer etwas positives“ wie der Geschäftsführer sagt. So habe das Arbeiten in fremden Abteilungen auch für eine neue Blickweise gesorgt.

„Das ist gut, weil man ganz praktisch mitbekommt, wie alles funktioniert. Wir haben festgestellt, dass es auch bei uns Prozesse gibt, die sich im Laufe der Jahre verselbstständigt haben, aber eigentlich ziemlich unpraktisch sind. Wir haben viele Lehren daraus ziehen und verschiedene Dinge Schritt für Schritt verändern können.“ Das Hospitieren in fremden Abteilungen will das Unternehmen seinen Mitarbeitern daher auch in Zukunft ermöglichen.

Viele kleine Kacheln

Aber zurück zum Thema, denn was Patrick Donner und seinem Team in den letzten Monaten etwas in die Karten gespielt und für eine zusätzliche Auslastung gesorgt hat, war das neue Projekt von Traffic Print. Denn das Braunschweiger Unternehmen ist seit April exklusiver Produktionspartner des israelischen Start-ups Mixtiles für Europa.

  • Traffic Print_Konfektionierung Mixtiles
    In der Mixtiles-Produktion macht die Konfektionierung den größten Teil aus. Dafür hat Traffic Print extra mehrere Konfektionierungs-linien eingerichtet. (Bild: jg)

Bei Mixtiles handelt es sich um quadratische, kachelähnliche Wandbilder, die beliebig kombiniert und in ihrer Anordnung jederzeit verändert werden können. „Eigentlich ein simples Produkt“, erklärt Patrick Donner, „aber das Erfolgsmodell liegt darin, dass alles so unheimlich einfach ist.“

„Es gibt eine App, mit der man nur zwei, drei Klicks braucht, um seine Mixtiles zu bestellen. Diese ‚Kachelbilder‘ sind einheitlich groß, können mit schwarzem, weißem oder ohne Rahmen bestellt werden und kosten immer dasselbe, unabhängig von der bestellten Stückzahl. Sie haften auf allen Wänden, ohne dass man bohren muss und lassen sich problemlos repositionieren.“

Traffic Print_Leitsprüche

Das Unternehmen hat 2016 und 2018 neu gebaut und damit alle Produktionsprozesse und Arbeiten, die vorher auf mehrere Hallen verteilt waren, an einem Standort zusammengeführt. In jeder Abteilung sind an den Wänden Motivationssprüche zu finden. (Bild: jg)

Risiko, aber auch Chance

Doch was so einfach für den Nutzer ist, fordert der Produktion einiges ab. So hatte das israelische Unternehmen genaue Vorstellungen, was der Produktionspartner mitbringen sollte: Eine HP Indigo 12000 – „davon haben wir sogar zwei in der HD-Variante, das sorgt für eine hohe Ausfallsicherheit“, so Donner –, eine große Lagerfläche – schließlich „ist es ein riesen Volumen, das hier bewegt wird“, jede Menge Handarbeitskapazitäten und eine leistungsfähige IT.

„Außerdem ist Mixtiles ein Start-up-Unternehmen – da ist nichts mit langfristiger Planungssicherheit“, erklärt der Geschäftsführer. Man müsse also bereit sein, dieses Risiko einzugehen, und in kurzer Zeit auch die geforderten Ressourcen zu schaffen – vor allem, weil die manuelle Konfektionierung den Löwenteil der Produktion ausmacht, nicht nur platzmäßig, sondern auch personell.

  • Traffic Print_Scodix
    ...und auch Veredelungen gehören zum Leistungsspektrum des Unternehmens. Lackiert und folienveredelt wird bei Traffic auf einem System von Scodix. (Bild: jg)
Sicherheit geht vor

Zum Start im April wurden gut 20 neue Mitarbeiter eingestellt. Die „Hoch-Zeit“ der Krise nutzte das IT-Team von Traffic Print außerdem für die Konzeption und die Entwicklung eines leistungsstarken Mixtiles-Workflows sowie für die (virtuelle) Schulung der neuen Mitarbeiter. „Wir konnten uns um die Startphase kümmern, ohne abgelenkt zu werden. Das hatte auch sein Gutes“, sagt der Geschäftsführer rückblickend, „auch wenn es hinsichtlich der Sicherheitsvorkehrungen nicht leicht war“.

Im vierten Quartal geht die Post ab

Inzwischen ist das Konfektionierungs-Team auf über 50 gewachsen und für den Herbst – mit Blick auf das beginnende Weihnachtsgeschäft – sind weitere Einstellungen sowie der Einsatz von Aushilfskräften geplant. Denn blickt man auf die aktuelle Auftragslage, verspricht es nach Einschätzung von Patrick Donner „ein herausforderndes letztes Quartal zu werden“.

  • Traffic Print_Motioncutter Holzbierdeckel
    Die gesamte Druck-weiterverarbeitung ist auf die variable Produktion ausge-legt. Mit Hilfe des Motioncutters kann das Unternehmen zudem Laserstanz-ungen und -fräsun-gen anbieten. Mit Holzbierdeckel.de hat Traffic zudem den Schritt in den B2C-Markt gewagt. (Bild: jg)

„Ich sehe in unseren vielen neuen Produkten – auch für den Bereich B2C – viel Potenzial, das macht richtig Spaß. Derzeit produzieren wir an vier Konfektionierungslinien einschichtig. Ab Mitte November werden wir das aber deutlich aufstocken müssen – und das bei allen notwendigen Hygienevorkehrungen.“ Hinzu kommt, dass auch das klassische Geschäft von Traffic Print wieder spürbar anzieht, vor allem bei großen, individualisierten Promotion-Kampagnen und im Bereich Directmail.

Auf eines, das haben die letzten Monate gezeigt, kann sich der Geschäftsführer jedenfalls auch dann verlassen: auf sein Team. „Auch unser Traffic-Leben ist kein Pony-Hof, da geht es auch mal zur Sache. Aber im Großen und Ganzen sind wir ein super Team und darauf bin echt stolz. Wir wissen, dass wir es nur zusammen hinkriegen.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Trotz stagnierendem Werbemarkt legt Plakat- und Außenwerbung zu

Dialogmedien sind weiterhin gefragt, klassische Medien konnten zulegen, darunter auch die Außenwerbung. Das geht aus dem neuesten Dialogmarketing-Monitor der Deutschen Post hervor. Dabei handelt es sich jedoch vor allem um eine Umverteilung, denn: Der deutsche Werbemarkt stagnierte 2019 mit 40,4 Mrd. Euro externen Ausgaben auf Vorjahresniveau, sein Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist sogar leicht gesunken. 

Veröffentlicht von: 

Markenaufbau mit K(n)öpfchen, „TEX-how“ und „Bigital Printing“

Wenn Eric Bradatsch zu einer neuen Folge seines Podcasts einlädt, hören ihm inzwischen regelmäßig mehrere tausend Menschen zu. Das ist erstaunlich, denn er ist hauptberuflich nicht Influencer, sondern Geschäftsführer der Großformatdruckerei TEXSIB im sächsischen Beiersdorf. Das Unternehmen, das seit seiner Gründung 1990 kontinuierlich gewachsen ist, hat zuletzt nicht nur in neue Technik, sondern auch in ein professionelles Marketing investiert.

Veröffentlicht von: 

Beachflags: Wie das sommerliche Werbemittel entsteht

Wenn die Temperaturen steigen und das gesellschaftliche Leben wieder überwiegend draußen stattfindet, sieht man ein Werbemittel besonders häufig: Beachflags. Die kommen – entgegen ihres Namens – nicht nur an Stränden oder Strandbars zum Einsatz, sondern ziehen auch vor Ladengeschäften, im Einzelhandel oder bei anderen Veranstaltungen auf elegante Art und Weise die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich. Wie Beachflags produziert werden, will ein kostenloses HP-Webinar am 15. Juli, um 11 Uhr Schritt für Schritt erklären.

Veröffentlicht von: 

Ein XXL-Wimmelbild zum Städte-Jubiläum

Mit einem Wimmelbild der besonderen Art hat die Stadt Bochum die wichtigsten Ereignisse ihrer 700-jährigen Stadtgeschichte Revue passieren lassen. Die gut 150 und jeweils 12 x 1 m großen Einzelbilder, die zusammengerechnet eine Länge von 1.800 m ergeben, wurden anlässlich des Städte-Jubiläums bei der Niggemeyer Pro Imaging GmbH & Co. KG auf einem Drucksystem von Durst produziert.

Veröffentlicht von: 

„Es ist unser eigener Anspruch, die Welt ein bisschen grüner zu machen“

Egal, ob Vinyl-Banner, formgeschnittenes Schild oder Folienschriftzug: Ganz ohne Abfall sind diese aufmerksamkeitsstarken Werbemittel einfach nicht zu produzieren. Umso wichtiger ist es, dass Druckdienstleister an den Stellschrauben drehen, auf die sie tatsächlich Einfluss haben. Das kann neben einem konsequenten Recycling auch die Umstellung der Drucktechnologie auf umweltfreundlichere Verfahren sein. Die Hoffmann Druck GmbH in Villingen-Schwenningen hat im März als erstes Unternehmen in Deutschland den HP Latex 800W in Betrieb genommen und ist damit in Sachen Nachhaltigkeit wieder einen kleinen Schritt weitergekommen.

Veröffentlicht von: 

Elanders übernimmt Schätzl Druck & Medien

Der Donauwörther Digitaldruckspezialist Schätzl Druck & Medien gehört künftig zur Elanders Print & Packaging Group (Waiblingen). Das haben beide Unternehmen gerade bekanntgegeben. Mit seiner Expertise im Bereich der Mass Customization werde Schätzl die Strategie der Elanders Group im Segment Onlineprint und hochindividualisierte Druckprodukte ergänzen und deren Marktposition in Zentral-Europa stärken, heißt es in der Mitteilung der Unternehmen.

Veröffentlicht von: 

Fünf Fakten über Soft Signage
und Dye-Sublimation

Es kann eine Fläche von mehreren Quadratmetern bedecken und sich trotzdem klitzeklein zusammenfalten lassen, ist leicht und daher günstig im Transport und lässt sich ohne großes Werkzeug einfach montieren: Soft Signage hat gegenüber der klassischen Beschilderung und Bannerwerbung einige Vorteile. Welche das sind, warum vor allem der Dye-Sublimationsdruck dafür zum Einsatz kommt und wo vielleicht auch die Grenzen liegen, hat Sign&Print in einer kurzen Übersicht zusammengestellt.

Veröffentlicht von: