Konjunktur: Das Geschäftsklima beruhigt sich im Oktober

BVDM Konjunkturtelegramm Oktober 2020

Wie das aktuelle Konjunkturtelegramm des BVDMs für den Monat Oktober zeigt, hat sich das Geschäftsklima leicht beruhigt. Bild: BVDM)

Nach der wechselhaften Entwicklung des Geschäftsklimas der deutschen Druck- und Medienindustrie in den letzten Monaten, blieb es im Oktober weitestgehend unverändert. Wie aus dem aktuellen Konjunkturtelegramm des Bundesverbands Druck und Medien (BVDM) hervorgeht, legte der Geschäftsklimaindex im Vergleich zum Vormonat um saisonbereinigt 1,1 Zähler zu und notierte mit 92,7 Punkten 7 Prozent unter seinem Vorjahresniveau. Vor dem Hintergrund der steigenden Infektionszahlen könne sich diese Entwicklung jedoch schnell wieder ändern.

Im Oktober haben die vom ifo Institut befragten Druck- und Medienunternehmen ihre aktuelle Geschäftslage schwächer beurteilt als noch im September. Allerdings fielen die Erwartungen bezüglich ihrer zukünftigen Geschäftsentwicklung erneut zuversichtlicher als im Vormonat aus. Die Werte der aktuellen und erwarteten Geschäftslage bestimmen die Entwicklung des Geschäftsklimas, das einen guten Vorlaufindikator für die Produktionsentwicklung der Druck- und Medienindustrie darstellt.

Auftragsmangel als zentrales Problem

Während die Unzufriedenheit der Unternehmen bezüglich ihrer derzeitigen Geschäftslage im September noch leicht zulegte, stieg sie im Oktober stärker an. Im Oktober fiel der saisonbereinigte Geschäftslageindex um 2,9 Prozent gegenüber dem Vormonat und notierte mit 79,9 Punkten deutlich unter seinem Vorjahreswert – das Minus beträgt mittlerweile rund 21 Prozent.

Druckerei

Das Geschäftsklima in der Deutschen Druck- und Medienindustrie hat sich laut dem aktuellen Konjunkturtelegramm des BVDMs im Oktober leicht beruhigt. Bild: pixabay/SCR3AMFR3AK)

Auch wenn die Produktionstätigkeit im Vergleich zum Vormonat wieder etwas zunahm, liegt die Kapazitätsauslastung mit 78,1 Prozent rund 6 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau und 5 Prozentpunkte unter dem langjährigen Durchschnitt. Zudem geben 83 Prozent der Unternehmen an, dass sie derzeit von Produktionsbehinderungen betroffen sind. Der meistgenannte Grund für die Beeinträchtigung der Produktionsaktivitäten ist hierbei nach wie vor der Auftragsmangel, den 73 Prozent aller Unternehmen als zentrales Problem bewerten.

Geschäftserwartung für die nächsten sechs Monate

Dass der Geschäftsklimaindex trotz der pessimistischeren Lageeinschätzung leicht zulegen konnte, ist auf die zuversichtlichere Bewertung der Druck- und Medienunternehmen hinsichtlich ihrer für die nächsten sechs Monate erwarteten Geschäftslage zurückzuführen. Im Oktober stieg der saisonbereinigte Index der Geschäftserwartungen um 5,5 Prozent gegenüber dem September und verzeichnete damit im Vormonatsvergleich den zweiten Anstieg in Folge. Mit 107,5 Punkten liegt der Index nun 10 Prozent über seinem Vorjahresniveau.

Corona-Maßnahmen noch nicht in Beurteilung eingeflossen

Trotz des erneuten Indexanstiegs gilt es zu berücksichtigen, dass ein überwiegender Anteil der Antworten für gewöhnlich (teilweise deutlich) vor Mitte des jeweiligen Monats beim ifo-Institut eingehen, sodass die Umfrageteilnehmer die jüngst sehr stark gestiegenen Infektionszahlen sowie die zunehmenden politischen Diskussionen über härtere Corona-Schutzmaßnahmen nicht vollständig berücksichtigen konnten.

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