BVDM-Branchenreport: Leichte Erholung nach historischem Tief

BVDM Produktionseinbruch Druck- und Medienindustrie Deutschland

Die Corona-Pandemie hat schlimme Auswirkungen auf die Unternehmen der deutschen Druck- und Medienindustrie gehabt. (Bilder: pixabay.com/Jordy_Nijenhuis, pixabay.com/Geronimo013)

Im Zuge der Corona-Pandemie hat die Deutsche Druck- und Medienindustrie den stärksten Produktionseinbruch seit 30 Jahren erlitten. Das geht aus einem aktuellen Branchenbericht des BVDMs hervor. Während der Bereich der Werbedrucksachen 2020 besonders gelitten hat, konnte eine andere Sparte hinzugewinnen. Eine vorsichtige Erholung zeigt sich im aktuellen Quartal – für eine allgemeine Entwarnung sei es jedoch zu früh.

Wie der BVDM bekannt gab, sei der coronabedingte Produktionseinbruch in der Branche so stark ausgefallen wie seit 1991 nicht mehr. Der Produktionsindex lag im April 2020 um rund 26 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Zwar hätten die Unterbrechungen des Lockdowns im Laufe des Jahres auch zu Nachholeffekten und leichten Erholungen gesorgt, dennoch sei die Produktion im Mittel rund 13 Prozent unter dem Wert von 2019 geblieben.

Unterschiedliche Ausprägungen

Am schlimmsten getroffen habe es die Sparte der Werbedruckerzeugnisse, die laut BVDM rund 37 Prozent der wertmäßigen Produktion aller Drucksachen ausmacht. Dieser Bereich hat 2020 den jüngsten Untersuchungen zufolge rund 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2019 verloren. Der Umsatz der Branchenbetriebe mit mindestens 50 Mitarbeitern fiel im Jahr 2020 ebenfalls um durchschnittlich rund 13 Prozent. Als leichte Stütze in dieser schwierigen Zeit zeigten sich die gesunkenen grafischen Papierpreise. Sie fielen im Mittel um 7,2 Prozent, die Preise für Zeitungsdruckpaper notierten 2020 sogar 10,3 Prozent unter Vorjahresniveau, erklärt der BVDM in seinem Branchenreport.

Zulegen konnte 2020 jedoch der Etikettendruck, er stieg um 0,7 Prozent. Dies sei unter anderem auf die starke Zunahme des Online- und Versandhandels sowie der verstärkten Nachfrage nach Lebensmitteln, Medikamenten, Hygieneartikel und einigen anderen Konsumsparten zurückzuführen.

Insolvenzwelle blieb 2020 aus

Obwohl die Auswirkungen der Krise auf das Produktionsvolumen und die Umsatzentwicklungen der Branche deutlich ausfielen, sei die Anzahl der eröffneten Insolvenzverfahren jedoch zurückgegangen: um 5,6 Prozent auf 84 Fälle. Eine Insolvenzwelle in der Druck- und Medienindustrie habe 2020 durch die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht, der Zugangserleichterungen zum Kurzarbeitergeld sowie durch die – wenn auch phasenweise schleppend gelaufenen – staatlichen Corona-Hilfszahlungen verhindert werden können.

Die Gesamtzahl der Insolvenzen erreichte 2020 gar ein Dreijahrestief. Allerdings haben laut BVDM nahezu alle Unternehmen zur Aufrechterhaltung ihrer Liquidität und damit ihrer Geschäftstätigkeit im Laufe des Jahres 2020 Investitionen gestrichen oder zumindest verschoben.

Vorsichtige Erholung, doch weitere Beeinträchtigungen

Der Anstieg von Produktion und Umsatz am Ende des ersten bzw. Anfang des zweiten Quartals 2021 kann, so der BVDM, als Beginn einer leichten Erholungsbewegung bewertet werden. Ob sich dieser positive Trend jedoch fortsetzt hänge von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ab und dürfte im weiteren Jahresverlauf von stark steigenden Papierpreisen (Sign&Print berichtete), Lieferengpässen bei wichtigen Vorprodukten und in Teilen auch vom Fachkräftemangel beeinträchtigt werden.

Angesichts der schwierigen Lage der Unternehmen warnt der Wirtschaftsausschuss des BVDMs davor, Preissteigerungen kompensieren statt an die Kunden weitergeben zu wollen.

Genaue Informationen über die aktuelle Entwicklung in den einzelnen Sparten der Druckindustrie gibt es auf der Website des Bundesverbands Druck und Medien.

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